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Was ist Immersionsmikroskopie? 

Immersion (lateinisch “eintauchen” oder “einbetten”) ist ein, in der Lichtmikroskopie, angewandtes Verfahren, bei welchem das Objektiv des Mikroskops über eine Immersionsflüssigkeit mit dem Objektträger “verbunden” wird.

Das heißt, dass der Objekttisch soweit nach oben bewegt wird, bis er annähernd das Objektiv berührt. Dieses taucht dann in die vorher aufgetragene Immersionsflüssigkeit ein( in der Regel Öl, manchmal auch Wasser oder Glycerin), wodurch sich keine Luft mehr zwischen Objektträger und Objektiv befindet.

Ziele der Immersionsmikroskopie

 

Es gibt verschiedene Gründe, warum es sinnvoll sein kann Immersionsmikroskopie zu betreiben. Der erste und übergeordnete Punkt ist die generelle Bildverbesserung, aber vor allem eine Steigerung der Auflösung.

Immersion_microscopyDazu werden spezielle Immersions-Objektive verwendet, welche sich meist durch eine starke Vergrößerung und eine hohe numerische Apertur auszeichnen. Das heißt, wie gut sie in der Lage sind, Licht zu fokussieren, da die resultierende Auflösung von diesem Wert maßgeblich beeinflusst und vor allem begrenzt, bzw “gedeckelt” wird.

Die Auflösung gibt vereinfacht gesagt an, wie wahrheitsgetreu, die Realität, d.h. der Objektträger, durch das Objektiv wiedergegeben und abgebildet werden kann. Sie bestimmt sich also daraus, von wie viel Licht ( = Informationen) das Präparat aus verschiedenen Richtungen durchquert wurde.

Außerdem trägt Immersionsmikroskopie dazu bei, störende Reflexionen zu vermeiden. Diese können durch ungewollte Brechungen des Lichtes entstehen, wenn es von dem einen Medium in ein anderes übergeht. Verschiedene Medien bzw Stoffe verfügen auch über verschiedene Brechungsindizes, welche den Verlauf des Lichtes in diesem Medium beeinflussen.

Durch die Immersionsflüssigkeit werden ungewollte Brechungen an der Luft verhindert und ein sauberer Lichtstrahlengang wird ermöglicht. Im Endeffekt werden dadurch die Kontraste verbessert, da das Licht präzise an die richtigen Stellen gelenkt wird. Dunkle Stellen bleiben somit dunkel, und werden nicht zufällig durch unkontrollierte Lichtbrechung ausgestrahlt.

Ein anderer, eher praktisch orientierter Anwendungsbereich kann die Beobachtung lebender Zellen oder Gewebe sein, welche oft von wässrigen Lösungen umgeben werden. Hier wird die Immersion mit Wasser einfach dafür verwendet, um ein Austrocknen der Probe zu verhindern.